Oft werden wir am Telefon oder bei einem Kennenlernen gefragt, wie denn so eine geführte Kanu-Tour eigentlich abläuft? Im Folgenden möchte ich euch das gerne einmal schildern:
Der Tourtag beginnt mit dem Eintreffen der Teilnehmer*innen am Treffpunkt. Die "Tourinfo", die alle im Vorfeld erhalten haben, hat die Lenker zuverlässig ins Ziel geführt, die Packliste hat davor beim Mitnehmen der richtigen Sachen unterstützt. Unser Guide ist dann meist schon vor Ort, hilft evt. dabei, das Fahrzeug gut zu parken und gibt erste Hinweise, was im Auto bleiben soll und darf und was wir im Boot dabei haben wollen. Das ist dann auch der Punkt, wo sich viele Leute erst von ihren nicht wasserfesten Schuhen trennen.
Wenn alle bereit sind, werden Boote, Paddel, Schwimmwesten, sowie Trockensäcke oder Trockenfässer entgegen genommen. Jetzt ist auch der Zeitpunkt gekommen, sich zu entscheiden, mit wem man gemeinsam im Boot sitzen möchte. Natürlich kann unterwegs noch gewechselt werden, oft aber bleiben die Bootsbesatzungen wie sie sind, weil man sich gut zusammengefunden hat und alles gut funktioniert.
Eine kurze Einführung ins Gebiet und die Naturphänomene, die wir erwarten können, steht danach auf dem Programm. Bevor wir schließlich in die Boote steigen, gibt es noch eine Kurzeinführung ins Paddeln. Die Gruppen sind meist gemischt aus Menschen mit Erfahrung und Anfänger*innen beim Kanadierfahren. Auch hinsichtlich Natur gibt es Wissende und Wissbegierige, alle sind willkommen, und der Guide darf gerne korrigiert werden oder einen anderen Zugang zu bestimmten Themen kennenlernen.
Die ersten Kilometer stehen oft im Zeichen des Vertrautwerdens mit Material und Fluss, und es ist ganz unterschiedlich je nach Boot und Gruppe, wie lange diese Phase dauert. Danach kann sich die Gruppe entweder auf das gemeinsame Paddeln oder die Natur ringsherum einschwingen, sodass in den allermeisten Fällen eine harmonische Flussfahrt entsteht. Die je nach Witterung und Jahreszeit immer wieder auftauchenden Vögel und Säugetiere, aber oft auch interessante Pflanzen, laden dazu ein, sich auf die Natur einzulassen. Dabei steht je nach Interesse Naturwissen oder einfach das Dasein in der Natur und Genießen ihrer Phänomene - ganz ohne Verstand - im Vordergrund.
Die Anzahl und Länge der Pausen hängt ganz von den mitfahrenden Personen ab. Nicht nur zum Essen, auch für kurze biologische Erledigungen kann Pause gemacht werden, oder auch, um interessante Uferbereiche oder Inseln zu erkunden oder - in den Sommermonaten - zum Schwimmen. Der Guide versucht einen guten Kompromiss zu finden und achtet darauf, dass die Teilnehmer*innen einen freudvollen Tag erleben.
Irgendwann ist die Gruppe dann am Zielpunkt angelangt, holt gemeinsam die Boote aus dem Wasser und säubert sie gemeinsam grob, sodass sie für die nächsten Gruppen wieder einsatzbereit sind. Nach einem Zielfoto steigen wir dann in diverse Fahrzeuge, die uns zum Ausgangspunkt zurückbringen. Je nach Strecke kann es sein, dass wir uns am Zielpunkt treffen und vor der Tour zum Startpunkt gebracht werden.
In jedem Fall gibt es nach der Kanu-Tour dann oft noch einen kulinarischen Abschluss bei einem lokalen Heurigen. Bei einer Stärkung kann man die anderen Teilnehmer*innen - sofern noch nicht bekannt - noch besser kennenlernen und das gemeinsam Erlebte noch nachwirken lassen. Diese Abende sind dann meist noch ein gelungenes i-Tüpfelchen, das den Tag rund werden lässt und die Leute mit einem Lächeln ins Auto nachhause steigen lässt.
